Modernisierung der TV-Versorgung

576 Wohneinheiten – über 300 TV-Sender und Radiokanäle
Digitales Fernsehen per Satellit

Der GGA-Nordenstadt e.V. versteht sich seit jeher als Vorreiter: 2013 gegründet und mit einer Geschichte, die bis in die 70er zurückreicht, ermöglicht der Verein seinen Mitgliedern in Wiesbaden-Nordenstadt kostengünstigen TV-Empfang über eine zentrale Satelliten-Kopfstation – und entwickelt diese kontinuierlich weiter. Mit der jüngsten Modernisierung durch die Ridacom Medienversorgung GmbH ist die Anlage nun vollständig digital. Das Ergebnis: stabile Qualität, große Sendervielfalt und ein Angebot, das nahezu kostenfrei bleibt.

Die Anfänge des Nordenstadter Modells in den 1970er-Jahren

Die Wurzeln des Nordenstadter Modells reichen bis in die 1970er-Jahre zurück: Für das damals entstehende Quartier wurde der Immobilienerwerb früh mit dem Konzept einer gemeinschaftlichen Medienversorgung verknüpft. Um Anwohnern einen kostengünstigen und modernen Fernsehempfang zu ermöglichen – einschließlich US-amerikanischer Sender – wurde schließlich eine zentrale Satelliten-Kopfstation umgesetzt. Alle Eigentümer verpflichteten sich, auch für Rechtsnachfolger, den unentgeltlichen Anschluss auf dem Grundstück zu dulden. Den Betrieb, die Wartung und die Weiterentwicklung der analogen Anlage übernahm zunächst die Firma Kathrein als Anbieter von Antennen- und Kommunikationstechnik.

Digitalisierung einer gewachsenen Versorgungsstruktur für SAT-TV

Seit rund einem Jahrzehnt ist Ridacom für die technische Betreuung des Systems verantwortlich. Dieses versorgt aktuell 242 Gebäude mit insgesamt 576 Wohneinheiten – davon 343 in neun Mehrfamilienkomplexen und 233 in Einfamilienhäusern. Um seine in diesen Häusern wohnenden Mitglieder weiterhin zuverlässig und kostendeckend mit TV-Signalen zu versorgen, beauftragte der GGA-Nordenstadt e.V. als Eigentümer und Betreiber der Anlage das Unternehmen im vergangenen Jahr zudem mit der umfassenden Digitalisierung und Modernisierung der Infrastruktur.

Infografik Wiesbaden-Nordenstadt

Zentrale Signalaufbereitung

Da die bisherige Anlage digitale Satelliten Sender (DVB-S) sowohl in digitales Kabel (DVB-C) als auch in analoges Kabel (PAL) – und damit eine veraltete Technik – umgesetzt hatte, wurde sie durch modernere Technologie ersetzt: Die neue zentrale Empfangs- und Verteilanlage für Fernseh- und Radiosignale unterstützt den zeitgemäßen DVB-S2 Standard. Die über eine Satellitenantenne empfangenen Programme werden in der zentralen Kopfstation gebündelt. Dort werden auch die gewünschten Sender ausgewählt und die Programme so aufbereitet, dass sie für die digitale Übertragung über ein Breitbandkabelnetz geeignet sind (DVB-C-Kanalaufbereitung).

Koaxialnetz und Netzebenenstruktur im Quartier

Anschließend wird das aufbereitete DVB-C-Signal vom zentralen Übergabepunkt aus in der Netzebene 3 (NE3) zu den einzelnen Gebäuden verteilt. Zur Signalübertragung nutzt das modernisierte Netz Koaxialkabel. Dabei helfen mehrere sogenannte Linienverstärker, die das Signal unterwegs immer wieder stärken, damit es auch über längere Strecken stabil bleibt. Abzweiger sorgen dafür, dass das Signal an den richtigen Stellen in Richtung der einzelnen Gebäude weitergeleitet wird. Dort angekommen, sorgen Hausanschlussverstärker für die weitere Verteilung zu den Wohnungen, wobei die gebäudeinterne Erschließung je nach Baujahr variiert: Altere Bestände nutzen meist klassische Baumverkabelung, neuere Gebäude sind häufig in Sternstruktur mit separater Zuleitung pro Wohnung ausgeführt; teils bestehen zusätzlich wohnungsinterne Unterverteilungen.

„Seit der Erstinstallation der Anlage in den 80er Jahren mit einigen analogen Kanälen haben wir mit unserem Partner Ridacom eine professionelle Umstellung auf neueste Digitaltechnik realisiert und bieten unseren zufriedenen Nutzern mehr als 300 Fernsehsender,“ erklärt Wolfgang Niebling, Vorstand der GGA-Nordenstadt e.V.

Fernwartung und Schutzmechanismen im Betrieb

Das neue System ist fernwartbar und kann über ein Modem aus der Distanz überwacht und gesteuert werden. Im Störfall, etwa bei Stromausfall, erfolgen automatische Benachrichtigungen, sodass schnell reagiert werden kann. Für zusätzliche Betriebssicherheit sorgt eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV), die Ausfälle kurzfristig überbrückt und derzeit weiter optimiert wird, um die Überbrückungszeit noch zu verlängern. Die gesamte Technik ist in einem temperaturüberwachten und belüfteten 19-Zoll-Schrank untergebracht und damit geschützt.

Erweiterte Programmvielfalt und verbesserte Signalqualität

Durch die Modernisierung der Anlage des GGA-Nordenstadt wurde sowohl das Programmangebot erweitert als auch die Signalqualität langfristig gewährleistet. Dank des in die Anlage integrierten Infokanals des Vereins lassen sich aktuelle Informationen nun direkt an die angeschlossenen Haushalte ausspielen. Über die Orbitalpositionen ASTRA 19,2° Ost, Eutelsat 13° und Türksat 42° können zudem mehr als 300 TV-Sender sowie zahlreiche Radiosender empfangen werden. Dazu werden insgesamt 48 Satellitentransponder in das Kabelnetz übertragen. Ein weiterer Vorteil: Anwohner können die Programme direkt über handelsübliche Fernseher empfangen – zusätzliche Empfangsgeräte sind nicht erforderlich.

Nachhaltige Systemfinanzierung

Der Anschluss erfolgt freiwillig. Der jährliche Mitgliedsbeitrag von 30 Euro wird kostendeckend für Betrieb, Instandhaltung und kontinuierliche Modernisierung der Anlage eingesetzt. Für Störfälle und Anliegen der Bewohner, etwa zur Sendereinstellung bei Einzug, steht zudem eine Hotline zur Verfügung. Sie rundet das Angebot als zentrales Serviceelement einer zukunftsorientierten, wirtschaftlich tragfähigen und servicefreundlichen Lösung für eine zuverlässig weiterentwickelte TV-Versorgung im Quartier ab.

„Es ist immer wieder spannend, eine Anlage bis ins kleinste Detail auf die Anforderungen des Kunden zuzuschneiden und die Lösung entsprechend zu verfeinern. Dieses Projekt setzt dabei Maßstäbe für eine vollständig kundenspezifisch konfigurierte Lösung – inklusive Infokanal und Fernwartung,“ informiert Niko Tingas, Technische Leitung Ridacom.